Fragen & Antworten

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Fragen und Antworten zur Ökobilanz von zwei Butterbrot-Verpackungen (Kunststoffdose und Aluminium-Haushaltsfolie)

Was waren die Ziele der Studie und wer hat sie geleitet?

Das vorrangige Ziel der Studie war es, die weit verbreitete Meinung zu überprüfen, ob die Aluminium-Haushaltsfolie grundsätzlich eine weitaus größere Umweltbelastung darstellt als gängige Alternativen. In der Ökobilanz wurden die Umweltauswirkungen der Haushaltsfolie aus Aluminium zum Verpacken eines Butterbrotes untersucht. Die Ergebnisse wurden mit einer wiederverwendbaren Kunststoffdose verglichen. Die Studie wurde im Auftrag der European Aluminium Foil Association e.V. (EAFA) vom Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) mit Sitz in Heidelberg durchgeführt.

Welche Parameter waren Gegenstand der Studie und was sind die Ergebnisse?

Als Ausgangspunkt wurden die Umweltauswirkungen von Aluminium-Haushaltsfolie, ihre Herstellung und Entsorgung miteinbezogen, mit denen der in energieeffizienten Spülmaschinen gereinigten Kunststoffdosen verglichen. Die Herstellung der Kunststoffdosen wurde wegen ihrer vielen Nutzungen während der gesamten Lebensdauer nicht berücksichtigt.

Die IFEU Studie bescheinigt, dass die Umweltauswirkungen, die durch die Reinigung bzw. das Spülen einer Kunststoffdose entstehen, gleich hoch oder in einigen Fällen sogar höher sind als die, die auf eine wirkungsgleiche Verwendung eines angemessenen Stücks Haushaltsfolie aus Aluminium zurückzuführen sind.

Was bedeuten diese Ergebnisse für den täglichen Gebrauch?

Für Verbraucher sind die neusten wissenschaftlichen Ergebnisse sicherlich ermutigend, galt die Aluminiumfolie in der Vergangenheit doch häufig als weniger umweltfreundlich. Die Ökobilanz zeigt deutlich auf, dass die Nutzung von Haushaltsfolie aus Aluminium verantwortungsvoll ist, sowohl als nachhaltige Lösung als auch hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit. Wie kein anderes Material, ist die Haushaltsfolie aus Aluminium eine praktikable und hygienische Möglichkeit, um Brote, Sandwichs und Brötchen vor qualitätsmindernden Einflüssen wie Licht, Luft oder Fremdaromen bestmöglich und nachhaltig zu schützen.

Wurden weitere Parameter, die nicht im Ausgangsszenario berücksichtigt wurden, mit einbezogen?

Unter Berücksichtigung variabler Anwendungsmöglichkeiten der Verbraucher wurden verschiedene Szenarien innerhalb der Ökobilanz mituntersucht: unterschiedliche Dicken der Alufolie, Anzahl der Butterbrote und verschiedene Reinigungsmittel. 

In allen Szenarien der Ökobilanz, die gemäß der gängigen ISO-Norm 14044 inklusive einer unabhängigen Prüfung durchgeführt wurden, schnitt die Haushaltsfolie aus Aluminium gleichwertig oder deutlich besser als die Kunststoffdose ab.

Sind die Studienergebnisse objektiv, wenn diese von der Alufolienindustrie in Auftrag gegeben wurde?

Die Ökobilanz wurde gemäß den gängigen ISO-Normen (ISO 14040 und ISO 14044) durchgeführt, was eine unabhängige Begutachtung beinhaltet. Die Gutachter bestätigten die durch IFEU gesammelten Erkenntnisse. Das IFEU hat in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl von Ökobilanzen wie die aktuelle Studie u.a. für das Umweltbundesamt durchgeführt.

Was ist das IFEU?

Das IFEU - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH ist ein eigenständiges Forschungsinstitut und als gemeinnützig anerkannt. Es wurde 1978 von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Heidelberg als Zentrum für unabhängige Forschung zu umweltrelevanten Fragen gegründet. Im IFEU sind derzeit rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überwiegend aus dem Bereich der Natur- und Ingenieurswissenschaften beschäftigt. Etwa zwei Drittel der Forschungsprojekte und Begutachtungen werden von Ministerien aus Bund und Ländern, Kommunen, dem Umweltbundesamt oder anderen öffentlichen Körperschaften beauftragt. Ein Drittel der Aufträge stammt aus der freien Wirtschaft.

Was genau ist eine Ökobilanz bzw. eine „LCA Studie“?

Eine Ökobilanz ist eine international anerkannte Methode die es ermöglicht Produkt-Systeme zu beschreiben und die Umweltbelastungen dieser Systeme zu bestimmen. Der Ursprungsgedanke der standardisierten Norm für Ökobilanzen galt der Betrachtung von vollständigen Produktlebenswegen beginnend bei der Herstellung eines Produktes über dessen Nutzungsphase bis hin zur letztendlichen Entsorgung nach seiner Gebrauchsphase. Dieser ganzheitliche Ansatz, den vollständigen Lebensweg eines Produktes zu bewerten, ist Namensgeber der englischen Bezeichnung für Ökobilanzen = "Life Cycle Assessment (LCA)".

Es ist das erste und bisher einzige Instrument der Umweltbewertung, das weltweit in einer ISO-Norm (ISO 14040 und ISO 14044) standardisiert wurde. 

Der entscheidende Vorteil der Ökobilanz liegt darin, dass ein umfassender Focus gewählt wird. Würde anstatt dessen nur ein einzelner Prozessschritt oder auch nur ein Ausschnitt aus dem Lebensweg eines Produktes betrachtet, könnte dies zu erheblichen Fehleinschätzungen hinsichtlich der ökologischen Umweltwirkungen führen, die durch dieses Produkt ausgelöst werden.

Welche Umweltaspekte wurden in dieser Ökobilanz untersucht?

Viele verschiedene Umweltwirkungen und Wirkungskategorien werden abgedeckt. Die untersuchten Umweltauswirkungen in dieser Ökobilanz sind: Treibhauseffekt, Versauerung, Photochemische Oxidantienbildung/Sommersmog, Eutrophierung (aquatisch und terrestrisch), und HumantoxizitätDie Wirkungskategorien sind: totaler Primärenergiebedarf (CED total) und nicht-erneuerbarer Primärenergiebedarf (CED non-renewable) ebenso wie der Wasserverbrauch.

Warum wurden bei der Studie die Produktion der Kunststoffbox und die dabei anfallende Energieaufwendung nicht mitberücksichtigt?

Da es sich bei der Kunststoffdose um eine „Mehrweg-Lösung“ handelt, spielt ihr Herstellungsprozess hinsichtlich ihrer langen Lebensdauer keine gravierende Rolle. Die Haushaltsfolie aus Aluminium dagegen ist ein „Einweg-Produkt“ bei dem der Herstellungsprozess und die damit zusammenhängende Energieaufwendung mit berücksichtigt werden müssen.

Warum wurden nicht auch andere Materialien für das Einpacken eines Butterbrotes in der Studie untersucht?

Die Studie beschränkt sich auf den Vergleich von Aluminium-Haushaltsfolie gegenüber der Kunststoffdose, da diese beiden Umverpackungen das Produkt Butterbrot qualitativ am besten schützen.

Kunststofffolie, Frühstücksbeutel oder Backpapier sind auch gängige Verpackungen für Butterbrot. Warum können sie nicht als umweltfreundliche Alternative in Betracht gezogen werden?

Natürlich ist es möglich auch diese Packmittel zu nutzen. Jedoch bieten einige von ihnen nicht die gleiche Funktionalität und Schutz wie die klassische Haushaltsfolie aus Aluminium oder die wiederverwendbare Kunststoffdose.

Darüber hinaus war es das primäre Ziel der Studie, die Umweltauswirkungen der Aluminiumfolie zu untersuchen und sie nicht mit alternativen Butterbrotverpackungen zu vergleichen.

In einigen europäischen Ländern ist Haushaltsfolie aus Aluminium an manchen Kindergärten und Schulen untersagt. Weshalb?

Die nach gängiger Meinung hohe Umweltbelastung der Aluminiumfolie machte diese oft bestenfalls zur Verpackung dritter Wahl, was zu den besagten Verboten geführt hat. Die wiederverwendbare Kunststoffdose hingegen genießt den Ruf sehr umweltfreundlich zu sein. Die aktuellen Untersuchungen des IFEU beweisen das Gegenteil.
Die Ergebnisse der Ökobilanz widerlegen die oftmals gängige Meinung, dass ein Einwegprodukt eine weitaus größere Umweltbelastung hat als seine Mehrweg-Alternative. Sie zeigen, dass Alufolie genauso gute oder gar bessere Umweltwerte auf, als eine typische Butterbrotdose aus Kunststoff.

Wenn in der Spülmaschine noch Platz für die Butterbrotdose ist, warum sollte sie dann nicht mitgespült werden? Dadurch wird die Umwelt doch nicht mehr belastet!

In der Studie wurde davon ausgegangen, dass die Spülmaschinen nur voll beladen eingesetzt werden. Für die Ökobilanz wurden die hier anfallenden Auswirkungen auf alle sich in der Maschine befindenden Gegenstände verteilt. Auf diese Weise konnte der jeweilige Verbrauch von Wasser, Strom und Spülmittel der Kunststoffdose genau zugeordnet werden.

Warum sollte die Butterbrotdose nicht per Hand abgespült werden?

Eine Studie der Universität Bonn hat ergeben, dass ein Spülvorgang in der Geschirrspülmaschine einen bedeutend niedrigeren Energie- und Wasserverbrauch aufweist als das Abwaschen per Hand, sei es unter laufendem Wasser oder bei gefülltem Spülbecken.

Ist das auswischen der Butterbrotdose, die ja nicht wirklich schmutzig ist, mit Küchenpapier eine Option?

Ja, ist es. Jedoch könnte genauso gut die Aluminiumfolie abgewischt und mehrfach verwendet werden. Aus hygienischer Sicht sind aber beide Lösungen nicht optimal.

Wie sollte die Aluminium-Haushaltsfolie am besten entsorgt werden?

Obwohl Aluminiumfolie zu 100% wiederverwertbar ist, hängt dieser Vorgang stark von der jeweiligen nationalen Gesetzgebung zu Sammel- und Verwertungssystemen ab. In einigen Ländern kann Aluminium-Haushaltsfolie zusammen mit anderen Verpackungsmaterialien entsorgt und anschließend zur Rückgewinnung des Materials oder Energiegewinnung weitergeleitet werden. In anderen Ländern wiederum, wird die Aluminiumfolie im Haushaltsmüll entsorgt.

Im Ausgangs-Szenario der Ökobilanz wurde angenommen, dass die Aluminiumfolie im Haushaltsmüll (bzw. im Abfallbehälter in der Schule oder am Arbeitsplatz) entsorgt wird, was eine Wiederverwertungsrate von 0% bedeuten würde. Da jedoch in einigen Ländern die Aluminium-Haushaltsfolie wiederverwertet wird, wurde der Einfluss einer möglichen Rückgewinnung des Materials in verschiedenen Szenarien mitgerechnet. Ebenso wurden Szenarien mit dem Faktor der Abfallverbrennung zur Energiegewinnung gerechnet.

Wofür steht EAFA und was ist ihre Aufgabe?

Die European Aluminium Foil Association e.V. (EAFA) ist die internationale Organisation der Hersteller von Folienwalzprodukten, Haushaltsfolien und Schraubverschlüssen aus Aluminium sowie von Alufolien-behältern und jeder Art flexibler Verpackungen. Die mehr als 100 Mitgliedsunternehmen sind in West-, Zentral- und Osteuropa beheimatet. Obwohl erst 1974 gegründet, sind die Wurzeln der EAFA bis in die 1920er Jahre zurückzuverfolgen.

Die Aufgabenfelder der EAFA sind weit gestreut. Zum einen sorgt die EAFA für den Kommunikationsfluss auf internationaler Ebene, beispielsweise informiert sie über neue gesetzliche Entwicklungen sowie Erhebungen und Auswertungen von statistischen Daten zur genauen Marktanalyse. Zum anderen wächst mit enormer Geschwindigkeit der Bereich der externen Kommunikation. Ziel ist es, durch aktive Public Relations Arbeit Aluminiumfolie als ein hervorragendes Packmittel europaweit in der breiten Öffentlichkeit zu verankern. Dies erfordert eine pro-aktive, umfassende Aufklärung rund um Alufolien auf der Grundlage sachlich objektiver Informationen.